Anatomie und Funktion des Kniegelenkes

Knieschmerzen sind sowohl bei Athleten als auch bei der allgemeinen Bevölkerung heutzutage ein oft anzutreffendes Leiden. Aber auch mit dem normalen Alterungsprozess können Verschleisserscheinungen aufttreten, oft im Knorpelgewebe, auch als Arthrose bezeichnet. Es gibt viele Ursachen für Schmerzen im Knie wie z.b. Bandverletzungen, Knorpelverletzungen, Meniskusverletzungen und Kniescheibenerkrankungen. Alle erfordern meist eine spezialisierte Diagnostik und Therapie.
Ohne grundlegende Kenntnisse der Anatomie jedoch ist ein Verständnis des Aufbaus und der Funktion des Kniegelenkes nicht möglich. Für Ärzte und auch nichtärztliche Therapeuten ist sie die Grundlage für Diagnostik und Erstellung eines individuell geführten Behandlungsplanes.

Knöcherne Strukturen
Die Anatomie des Kniegelenkes ist relativ komplex. Zahlreiche Bänder und Muskeln halten und bewegen das Gelenk. Der Oberschenkelknochen (Femur) verbindet sich mit dem Unterschenkelknochen (Tibia) und der Kniescheibe (Patella). Der Oberschenkelknochen (Femurkondyle),der Unterschenkelknochen (Tibiakondyle) und die Rückfläche (Gleitfläche) der Kniescheibe (Patella) ist mit  Knorpel überzogen. Somit ist ein unverzögertes Gleiten der Gelenkflächen gewährleistet. Die Gelenkkapsel umschließt das Kniegelenk und stabilisiert es.

Bandapparat
Verschiedene Bänder stabilisieren ebenfalls das Kniegelenk. Die Kreuzbänder (Ligg. cruciata genus) gehören zu den wichtigsten Bändern. Sie bestehen aus dem vorderen Kreuzband (Lig. cruciatum ant.) und dem hinteren Kreuzband (Lig. cruciatum post.). Ihre Aufgabe ist es, dass der Unterschenkel gegenüber dem Oberschenkel regelrecht gleiten kann und das Gelenk in der Frontalabene stabilisiert wird. Zerreißungen der Kreuzbänder, beispielsweise durch sportliche Aktivitäten, können zu starken Funktionseinschränkungen und Schmerzen führen. Die Seitenbänder, -Innen- und Aussenband- (Lig. collaterale tibiale und Lig. collaterale fibulare) verhindern eine zu starke Drehbewegung und ein Aufklappen des Kniegelenkes in der seitlichen Ebene.

Meniskus
Die Menisken (Innen-und Aussenmeniskus) sind sichelförmige Knorpelscheiben, die zwischen dem Unterschenkel-und Oberschenkelknochen gelegen sind. Sie dienen der Formangleichung dieser Knochen – die Lastübertragungszone wird hierdurch etwa verdreifacht. Außerdem haben sie einen Stoßdämpfereffekt und tragen mit den Bändern zur Stabilisierung und Führung des Kniegelenkes bei.

Die Kreuzbandruptur

Menü