Knie-Drama um Stuttgart-Star Ginczek

Das gibt`s doch nicht!

VfB-Star Daniel Ginczek (24) hat sich bei seinem ersten Training nach seiner Rücken-OP (Bandscheibenvorfall) schwer verletzt – Kreuzbandriss! Nur Pech oder doch mögliche  vorhersehbare Ursachen – bzw. Ursachenkette? Die Medien berichten von einer Spielform während des Mannschaftstrainings als Daniel Ginczek im Zweikampf auf seifigem Boden sich das gesunde Kniegelenk verdrehte. Im  Februar 2014 zog sich Ginczek einen Kreuzbandriss des anderen Kniegelenkes zu. In der Summation der Verletzungshistorie in kurzer Zeit sind viele Fragen offen und sollten einer gründlichen Analyse unterzogen werden.

Erfolgreiche Reha ist mehr als Kraft- und Athletiktraining !
  • Kam der Wiedereinstieg in das Wettkampftraining Fussball nach seiner Bandscheibenoperation an der Halswirbelsäule zu früh, war die Rehabilitation zu kurz, zu einseitig bezogen auf die Wirbelsäule ?
Mentale Ermüdung!
  • Stand der Spieler unter einem zu grossen psychischen Druck (mentale Ermüdung?), teilweise  befördert durch die Erwartungshaltung des Vereins VFB Stuttgart ?
Ganzheitliche Betrachtung!
  • Hat man vor Eintritt in den Wettkampf ein Screening des gesamten Bewegungssystems in Bezug auf Schwachstellen des muskulären und sensomotorischem Systems durchgeführt?
Persönliche Risikofaktoren!
  • Gibt es anlagebedingte Schwachstellen seiner Wirbelsäule (Rumpfstabilität ?), der Beckenstabilisierung, seiner neuromuskulären Aktivierung der Beinmuskeln oder sogar falsche Landetechniken nach einem Sprung ?
Alles fängt im Kopf an!
  • Welche Rolle spielt der “Bewegungsplan im Kopf” ? Was wenn unsere Steuereinheit, das Gehirn, uns wieder und wieder falsche, oder zumindest nicht optimale Bewegungsabläufe vorgibt, die, unkorrigiert, zu immer neuen Verletzungen führen ?
Anatomie des Kniegelenkes!
  • Oder ist der erneute Kreuzbandriss des anderen Kniegelenkes möglicherweise einer anatomischen Variante seiner Kniegelenksstrukturen geschuldet, z.b., möglicherweise einer engen Kreuzbandhöhle (Notch), die bei der Verletzung eine Rolle, im Verbund oben angeführter anlagebedingter oder erworbener Schwachstellen, gespielt hat ?

Das Abarbeiten dieser Fragen wäre schon deshalb geboten, da die Gefahr einer erneuten Verletzung an einer möglicherweise anlagebedingten oder durch die einseitige Konzentration auf die akute Verletzung vernachlässigten anderen  körperlichen Schwachstelle deutlich erhöht sein kann.Die diagnostische und therapeutischen Ausrichtungen vor Wiedereinstieg in den sportartspezifischen Hochleistungsbereich sollten deshalb auch in der Rehabilitation nicht nur auf das verletzte oder operierte Organ fokussieren, sondern einer ganzheitlichen Betrachtung weichen, mit dem Ziel, Risikofaktoren schon im Ansatz zu erkennen und zu behandeln. Ein kontinuierliches Screening des gesamten Bewegungssystems und das Erkennen der  mentalen Ermüdung  (Santamaria et al., 2010) des Hochleistungssportlers sollte nicht nur nach einem Trauma stattfinden, sondern auch kontinuierlich während der Wettkampf-und Trainingsphase .

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