Safety first

Sicher und begleitet zurück in den Sport – nach Verletzung und /oder Operation

Dr.Volker Fass , Orthopäde und Sportmediziner, Orthozentrum Freiburg und Fontanaklinik Freiburg , im Gespräch mit der Zeitschrift kicker-der-ortenau

Kicker der Ortenau: Uns fällt auf, dass wir aus dem Fußballoberhaus nach der Winterpause verstärkt von Spielern hören, die, kaum von einer Verletzung genesen, schon wieder ausfallen, siehe Bayern München, Badstuber, oder jüngst das Knie-Drama um den VfB Stuttgart-Star Ginczek, der sich bei seinem ersten Training nach verletzungsbedingtem Ausfall (Bandscheibe) mit einem Kreuzbandriss , erneut schwer verletzt hat. Diese Misere wirft Fragen auf:
Kicker der Ortenau : Wie sollte denn ihrer Meinung als erfahrenem Sportarzt nach, eine solche „begleitete und maßgeschneiderte“ Rückkehr in den Sport nach einer Verletzung oder Operation aussehen, die ja nicht nur für den Profi, sondern auch für den Amateur- und Freizeitsportler erstrebenswert ist
Kicker der Ortenau: Was genau hat man sich darunter, über die Operation hinaus, vorzustellen?
Kicker der Ortenau: Welche Erfahrungen haben Sie und ihr Team denn bei dem Thema Rückkehr in den geliebten Freizeit-, Amateur- oder Profisport, nach verletzungsbedingtem Ausfall gemacht
Kicker der Ortenau: Ihr Fazit also
Kicker der Ortenau: Uns fällt auf, dass wir aus dem Fußballoberhaus nach der Winterpause verstärkt von Spielern hören, die, kaum von einer Verletzung genesen, schon wieder ausfallen, siehe Bayern München, Badstuber, oder jüngst das Knie-Drama um den VfB Stuttgart-Star Ginczek, der sich bei seinem ersten Training nach verletzungsbedingtem Ausfall (Bandscheibe) mit einem Kreuzbandriss , erneut schwer verletzt hat. Diese Misere wirft Fragen auf:
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Dr.Volker Fass: Natürlich hat der sich reflexartig als Antwort aufdrängende Verweis auf außergewöhnlich hohe Belastungen, seine Berechtigung. Hinzu kommt die relativ abrupte Unterbrechung durch die Winterpause, in der nichts oder allenfalls ein wenig Lauftraining gemacht wird, um dann das System sozusagen aus dem Stand wieder relativ rasch auf 100 Prozent hochzufahren. Meiner Meinung nach wäre es aus verletzungstechnischer Sicht besser, ohne Winterpause durchzuspielen. Auch das von manchen Trainern , wie Guardiola; praktizierte “Phasentraining”, ist in dieser Hinsicht kritisch zu hinterfragen und geht nicht genügend auf die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Spielers  oder des  Rehabilitanten ein. Gerade Letztere aber müssen, in enger Zusammenarbeit mit dem Mannschaftsarzt, eng geführt und maßgeschneidert in den Sport zurückgeführt werden.

Kicker der Ortenau : Wie sollte denn ihrer Meinung als erfahrenem Sportarzt nach, eine solche „begleitete und maßgeschneiderte“ Rückkehr in den Sport nach einer Verletzung oder Operation aussehen, die ja nicht nur für den Profi, sondern auch für den Amateur- und Freizeitsportler erstrebenswert ist
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Dr. Volker Fass: Eine möglichst sichere Rückkehr in den Sport, nach einer Verletzung oder einer Operation sollte ein möglichst auf den Verletzten und seine/ihre Bedürfnisse abgestimmtes Trainingsprogramm umfassen, das vor allem auch vorbeugend vor weiteren Verletzungsanfälligkeiten schützt. Die Rehabilitation sollte demzufolge sich auch nicht nur auf das  verletzte oder operierte Organ fokussieren, sondern in einer ganzheitlichen Betrachtung, Risikofaktoren für eine erneute Verletzung erkennen. Das fängt übrigens bereits beim Operationsverfahren-technik an. Die Anatomie und die sportlichen Ambitionen sind so unterschiedlich, wie die Sportler und Patienten selbst. Damit jeder eine passgenaue Operation erhält und damit die Chance auf einen optimalen Heilerfolg, sollten alle individuellen Kriterien in die Operationsentscheidung und Wahl der Operationsmethode mit einbezogen werden. Das setzt natürlich voraus, dass die Fähigkeiten und Erfahrungen des Operateurs auf diesem Gebiet breit gefächert sind, denn das Maß aller Dinge sollte der Patient sein.I

Kicker der Ortenau: Was genau hat man sich darunter, über die Operation hinaus, vorzustellen?
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Dr. Volker Fass: Angetrieben von den Sorgen und Ängsten unserer sportlich ambitionierten Patienten haben wir auf Grundlage der Forschungsergebnisse des Sportinstitutes der Universität Gent ein online Programm mitentwickelt, das individuelle Antworten und persönliche Begleitung bei diesem Prozess anbietet (www.returntomove.com).Damit der verletzte Amateur- oder Profisportler in diesen wichtigen Fragen nicht alleine gelassen wird, begleitet sie/ihn beispielsweise der Operateur seines/ihres Vertrauens auch während der Rehabilitationsphase intensiv. Ein speziell ausgebildeter Therapeut übernimmt die streng personalisierte Behandlung, das bedeutet, auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Rehabilitation, ohne lästigen Therapeutenwechsel. Das Programm umfasst auch präventive Maßnahmen, damit es möglichst nicht (wieder) zu neuen Verletzungen kommt. Mit „Präventco“ kann beispielsweise ein individuelles Risikoprofil sowie  dazu passende Trainingspläne erstellt werden. Dies bezieht sich auf die akute Verletzung, genauso wie auf den „Blick über den Tellerrand“ im Hinblick auf mögliche andere körperliche Risikofaktoren.

Kicker der Ortenau: Welche Erfahrungen haben Sie und ihr Team denn bei dem Thema Rückkehr in den geliebten Freizeit-, Amateur- oder Profisport, nach verletzungsbedingtem Ausfall gemacht
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Dr. Volker Fass:  Wie bei so Vielem in unserem Leben, werden die Fäden ja nicht nur vor Ort, im verletzten Organ gezogen, sondern auch in unserer Steuereinheit, dem Gehirn. Wenn der “Bewegungsplan im Kopf ” der hinter der Verletzung steckt, weiterhin falsch läuft, könnte es zu erneuten Verletzungen kommen. Sei es zu ähnlichen Verletzungen, weil die zugrundeliegenden Muster nicht korrigiert wurden, oder zu Schädigungen anderer Strukturen, weil durch Kraft und Athletik das System zeitweise aufrechterhalten werden kann, aber irgendwann an anderer Stelle kollabiert. Nicht zuletzt deswegen könnte es sein, dass wir einige Sportler immer wieder in unserer Praxis sehen, manchmal mit der immer wiederkehrenden gleichen Verletzungsgeschichte, manchmal mit einem Sammelsurium von nur scheinbar unabhängigen Verletzungen. Deshalb sollte eine gute ärztliche und physiotherapeutische Betreuung  mehr sein als eine einseitig auf Kraft und Athletik ausgelegte Angelegenheit, um die Gefahr von Folgeverletzungen zu minimieren.

Kicker der Ortenau: Ihr Fazit also
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Dr. Volker Fass: Der Weg für eine sichere und gute Rückkehr in den Sport, nach einer Verletzung, wird schon bei der Operation oder Behandlung selbst gelegt. Diese sowie die Nachbehandlung und Prävention sollten so individuell und maßgeschneidert sein, wie es unsere Patienten und ihre Verletzungsgeschichten selbst sind –  und vor allem eine persönliche Führung und Begleitung macht den Unterschied!

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